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US-Handelspolitik 2026: Zölle auf Rekordniveau belasten Weltwirtschaft

US-Zölle auf Rekordniveau: Höchster Stand seit 1934 belastet globale Wirtschaft

Unter Präsident Donald Trump in seiner zweiten Amtszeit sind die durchschnittlichen US-Zölle von 2,5 Prozent bei Amtsantritt im Januar 2025 auf 17,9 Prozent Ende 2025 explodiert – der höchste Stand seit den Smoot-Hawley-Zöllen von 1934, wie das renommierte Yale Budget Lab analysiert (zitiert in DW.com). Diese massive Eskalation wurde durch die umfassenden Zölle initiiert, die ab April 2025 schrittweise eingeführt wurden und weltweite Marktturbulenzen, Börsenstürze sowie fundamentale Anpassungen in globalen Lieferketten auslösten.

Die OECD hat als direkte Konsequenz ihre Prognose für das globale Wirtschaftswachstum auf 2,9 Prozent für 2026 korrigiert, herab von 3,2 Prozent im Vorjahr, primär aufgrund esklierender Handelskonflikte (DW.com). In den USA führte dies zunächst zu einer wirtschaftlichen Kontraktion, doch das BIP reboundete robust mit einem annualisierten Wachstum von 4,3 Prozent im dritten Quartal 2025, gestützt durch massive AI-Investitionen und Fiskalimpulse. Bleibende Belastungen umfassen eine Inflation von 2,7 Prozent (November 2025, Jahr-zu-Jahr) sowie eine Arbeitslosenquote von 4,6 Prozent.

Der US Supreme Court steht vor einer entscheidenden Prüfung: 2026 wird er die Rechtmäßigkeit der Zölle bewerten, die per nationalem Notstandserlass ohne Kongressbeteiligung umgesetzt wurden (DW.com). Ergänzt wird dies durch den laufenden Handelskonflikt mit China, dessen 12-monatiges Abkommen vom Oktober 2025 nur temporäre Entspannung bietet. Dieser Beitrag analysiert faktenbasiert die Genese, wirtschaftlichen Effekte und zukünftigen Implikationen dieser protektionistischen Wende.

Die Eskalation der Zölle: Von Trumps Amtsantritt bis zur 'Liberation Day'

Präsident Donald Trump verfolgte ab Januar 2025 in Amtsantritt seiner zweiten Periode eine kompromisslose Protektionismus-Strategie, zielend auf die Reduzierung des chronischen US-Handelsdefizits – das 2024 bei über 900 Milliarden US-Dollar lag – und die Reindustrialisierung Amerikas. Die average Tariff Rate kletterte binnen Monaten von 2,5 Prozent auf 17,9 Prozent, bestätigt durch Daten des Yale Budget Lab.

Der Wendepunkt kam am 4. April 2025: Unter dem Label 'Liberation Day' in Trump-nahen Kreisen (DW.com, MarineLink.com) proklamierte die Administration umfassende Zölle auf Importgüter aus Europa, Asien und Lateinamerika, begründet mit einem nationalen Notstand aufgrund angeblicher Sicherheitsbedrohungen. Ohne Kongresszustimmung – ein umstrittener Schritt – reagierten Märkte umgehend: Der Dow Jones fiel um 3,2 Prozent, der Euro stieg vorübergehend um 2 Prozent.

> „Die Zölle stellen die größte Handelsbarriere seit den 1930er Jahren dar und riskieren eine Kette protektionistischer Gegenmaßnahmen.“ - Yale Budget Lab, zitiert bei DW.com

Im Nachgang verhandelte die US-Regierung bilaterale Deals mit Partnern wie Kanada, Mexiko und der EU, die Zölle teilweise milderten. China blieb jedoch außen vor, was den Fokus auf strategische Rivalitäten verstärkte. Ergänzt durch Steuersenkungen und AI-Förderung zielt die Politik auf langfristige Unabhängigkeit ab.

Wirtschaftliche Resilienz in den USA trotz Zollbelastungen

Entgegen anfänglicher Befürchtungen der Ökonomen demonstrierte die US-Wirtschaft bemerkenswerte Resilienz gegenüber den Zollmaßnahmen. Nach einer Kontraktion im Q2 2025 – verursacht durch höhere Inputkosten – accelerierte das reale BIP im dritten Quartal 2025 auf 4,3 Prozent annualisiert (Bureau of Economic Analysis, via Kitco.com, Al Jazeera). Treiber waren der AI-Boom (ca. 40 Prozent des Wachstums), Konsumstärke und Steuersenkungen, die Haushalte entlasteten.

Makroindikatoren im November 2025: Inflation bei 2,7 Prozent (Jahr-zu-Jahr, CPI), Arbeitslosigkeit stabil bei 4,6 Prozent. Der US-Dollar verlor 2025 rund 10 Prozent gegenüber einem Warenkorb, was US-Exporte wettbewerbsfähiger machte.

> „The boost from fiscal stimulus alone could add one-half percent or more to first quarter GDP growth.“ - Diane Swonk, Chief Economist, KPMG (Kitco.com)

Optimismus für 2026 teilt Michael Pierce von Oxford Economics:

> „We expect fading policy uncertainty, the boost from tax cuts and the recent loosening of monetary policy to mean the economy strengthens in 2026.“ - Michael Pierce

Risiken bleiben: Lieferkettenstörungen und Importinflation peaken voraussichtlich im H1 2026, doch Diversifikation und Nearshoring mildern Abhängigkeiten.

Globale Auswirkungen: OECD prognostiziert Wachstumseinbußen durch Zölle

Die US-Zölle erzeugen erhebliche externe Effekte und bremsen das globale Wirtschaftswachstum nachweislich. Die OECD senkte ihre Vorhersage für 2026 auf 2,9 Prozent (von 3,2 Prozent 2025), wobei Handelsbarrieren als zentraler Faktor genannt werden – ergänzt durch geopolitische Risiken und Energiepreise (DW.com). Weltweit sinkt das Handelvolumen um geschätzte 2-3 Prozent.

Asien ist disproportional betroffen: Alicia Garcia-Herrero, Chefvolkswirtin bei Natixis, warnt vor verstärkten Schlägen für asiatische Ökonomien.

> „Trumps Zölle [werden] asiatische Volkswirtschaften 2026 noch stärker treffen - vor allem angesichts zunehmender geopolitischer Spannungen.“ - Alicia Garcia-Herrero, Natixis (DW.com)

Für China rechnet man mit 5 Prozent BIP-Wachstum 2026, gebremst durch strukturelle Schwächen:

> „Chinas Wachstumsmodell gebe weiterhin dem Angebot Vorrang vor der Nachfrage, was zu chronischen Überkapazitäten und anhaltend schwachen Verbraucherausgaben führt.“ - Neil Shearing, Chefvolkswirt, Capital Economics (DW.com)

Unternehmen reagieren dynamisch: Produktionsverlagerungen nach Mexiko (+15 Prozent FDI 2025), Vietnam und Indien umgehen Zölle. Dies treibt Near- und Friendshoring voran, erhöht jedoch Kosten kurzfristig. Globale Inflation steigt um 0,5-1 Prozentpunkt, Peak-Effekte im ersten Halbjahr 2026 erwartet (Kitco.com). Europa sieht Exportrückgänge von 4 Prozent in Auto- und Maschinenbau.

Fragiler US-China-Deal und Supreme-Court-Urteil in Sicht

Ein vorläufiger Höhepunkt der Entspannung markierte das Trump-Xi-Treffen im Oktober 2025 in Washington, wo ein 12-monatiges Handelsabkommen unterzeichnet wurde. Es friert bestehende Zölle ein und erlaubt begrenzte Exporte chinesischer Güter, löst jedoch keine Kernstreitigkeiten um Technologietransfers oder Subventionen.

Rajiv Biswas, Geschäftsführer bei Asia Pacific Economics, bewertet es nüchtern:

> „Es ähnelt eher einem Waffenstillstand als einem dauerhaften Friedensabkommen, das den Handelskrieg zwischen den USA und China beenden würde.“ - Rajiv Biswas (DW.com)

Der geostrategische Wettstreit eskaliert in High-Tech: USA und China ringen um Vorherrschaft in KI, Halbleitern, Quantencomputing, Robotik und Verteidigung.

> „Die USA und China befinden sich nach wie vor in einem geostrategischen Wettbewerb, der die Rivalität in Schlüsselbereichen wie der Verteidigungstechnologie und fortschrittlichen Fertigungsindustrien vorantreibt.“ - Rajiv Biswas zu DW.com

Gleichzeitig eskaliert die juristische Auseinandersetzung: Der US Supreme Court wird 2026 über Klagen gegen Trumps Notstandserlass urteilen, der Zölle ohne Kongress ermöglichte. Ein Scheitern könnte Zölle kippen, doch Backup-Pläne via WTO oder Fiskalgesetze lauern. Diese Unsicherheit lähmt Investitionen in Wertschöpfungsketten.

Ausblick 2026: Resilienz, Risiken und Anpassungsprozesse

Zusammenfassend hat Trumps Rekordzölle – Höchststand seit 1934 – die Weltwirtschaft umstrukturiert: OECD-Wachstum von 3,2 auf 2,9 Prozent gesenkt, US-BIP dennoch +4,3 Prozent Q3 2025 dank AI und Stimuli. Globale Lieferketten migrieren zu resilienteren Modellen, Inflation persistiert bei 2,7 Prozent.

Für 2026 dominieren Unsicherheiten:

  1. 01Supreme Court-Urteil zur Zollkonstitutionellität
  2. 02Ablauf des US-China-Deals im Oktober
  3. 03Höhepunkt von Störungen und Preisanstiegen im H1

Während Oxford Economics US-Stärkung prognostiziert, mahnen Natixis und Capital Economics vor asiatischen Bremsen und chinesischen Ungleichgewichten. Unternehmen diversifizieren aggressiv (Nearshoring nach Mexiko, Vietnam), Investoren priorisieren Tech-Sektoren und Diversifikation. Langfristig könnte die Politik US-Produktion boosten, birgt aber Risiken eines globalen Handelskriegs. Beobachter sollten offizielle Verlautbarungen und BIP-Daten im Auge behalten.

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