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Deutsche Autoindustrie im Schicksalskampf: China-Erfolg bricht weg, Marktanteile schwinden

Dramatischer Einbruch der deutschen Marktanteile in China

Die deutsche Automobilindustrie, die über eine Million Menschen beschäftigt und jahrzehntelang das Rückgrat der deutschen Wirtschaft bildete, gerät in ihre schwerste Krise seit Jahrzehnten. Der einst lukrative chinesische Markt, wo deutsche Hersteller zeitweise fast 50 Prozent Marktanteil erreichten, bricht dramatisch ein. VW, BMW und Mercedes verlieren massiv gegen aufstrebende chinesische E-Auto-Anbieter wie BYD.

In den ersten neun Monaten 2025 lieferte der Volkswagen-Konzern über 1,9 Millionen Fahrzeuge in China aus – ein Rückgang um 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (CNBC, 30.12.2025). Trotz solider Zahlen schmilzt der Marktanteil: Bis vor wenigen Jahren verkauften deutsche Marken jedes dritte Auto in China (DW). Heute dominieren chinesische Elektrofahrzeuge mit einer NEV-Penetration von 59,4 Prozent bei Neuzulassungen im November 2025, wobei die Top-10 chinesischen NEV-Hersteller 95 Prozent des Marktes kontrollieren (CNBC).

> „Der Druck steigt, die Kosteneinsparungen sind enorm. Überall wird gespart.“ - Anonymer Mercedes-Mitarbeiter (DW, 02.01.2026)

Dieser Bericht beleuchtet den historischen Aufstieg, den strategischen Fehltritt beim E-Auto-Übergang, die aktuellen Zahlen und die drohenden Konsequenzen für die Branche.

Historischer Aufstieg durch Joint Ventures seit den 1980er Jahren

Die deutsche Autoindustrie symbolisiert Präzision und Ingenieurskunst, getestet auf der Nürburgring-Nordschleife (20,8 km, erbaut 1927). Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs sie rasant: Von 200.000 verkauften Fahrzeugen 1950 auf rund 14 Millionen weltweit heute (DW). Über eine Million Beschäftigte machen sie zum Wirtschaftsrückengrat Deutschlands.

China wurde ab den 1980er Jahren zum Schlüsselmarkt. Durch Joint Ventures eroberte Volkswagen den Markt und erreichte zeitweise bis zu 50 Prozent Marktanteil (DW). Bis vor wenigen Jahren verkauften deutsche Hersteller jedes dritte Auto dort.

> „Es war eine Zeit der Goldgräber. Viele Autos verkaufen, viel Geld verdienen. Es gab kaum chinesische Konkurrenz.“ - Beatrix Keim, ehemalige VW-Managerin in China, heute CAR Duisburg (DW).

Der Dieselgate-Skandal 2015 erschütterte das Vertrauen: Kosten über 30 Milliarden Euro (DW). Dennoch blieb China der größte Umsatztreiber – bis zum E-Auto-Wandel.

Chinas strategischer EV-Push und Deutschlands Nachzügertum

China förderte Elektrofahrzeuge strategisch ab 2009 mit Subventionen. Heute machen NEVs jeden zweiten verkauften PKW aus, überwiegend chinesische Marken (DW). Im November 2025 betrug die NEV-Penetration 59,4 Prozent, Top-10 chinesische Hersteller hielten 95 Prozent Marktanteil (CNBC).

> „Es ging nicht wirklich um den Klimawandel. Es ging darum, eine Technologie zu finden, mit der China die ausländischen Konkurrenten überholen konnte.“ - Beatrix Keim (DW).

> „Mit Elektroautos hatten sie die einmalige Chance, Deutschland zu überholen. Und das haben sie getan.“ - Manuel Vermeer, Dozent Hochschule Ludwigshafen (DW).

Deutsche Hersteller hinkten hinterher, fokussiert auf Verbrenner. Chinesische Konkurrenz wie BYD explodierte, während Preisdruck und Rabatte (z.B. Mercedes EQS: 432.000 Yuan, ca. 61.660 USD) den Markt sättigen.

Aktuelle Verkaufszahlen und der Preisdruck in China

Die jüngsten Zahlen unterstreichen den Einbruch: Volkswagen lieferte in den ersten neun Monaten 2025 über 1,9 Millionen Fahrzeuge in China aus, 4 Prozent weniger als im Vorjahr (CNBC, 30.12.2025). Der Passat als Bestseller der Joint Ventures verkaufte 187.807 Einheiten (CleanTechnica, zitiert Car News China).

Mercedes-Benz senkt Preise drastisch: Der EQS erhält Rabatte von 432.000 Yuan (ca. 61.660 US-Dollar) (CNBC). BMW und andere leiden ähnlich unter dem Preiskrieg, der den Markt sättigt.

> „I think there will be further industry consolidation even though prices matter more than specific brands.“ - Xiao Feng, Citic CLSA (CNBC).

Chinesische Hersteller wie BYD bremsen domestisch (Dezember 2025: Rückgang), expandieren global (z.B. Ungarn-Werk 2026).

Wirtschaftliche Folgen und Anpassungsmaßnahmen der Hersteller

Die Krise bedroht Arbeitsplätze und Werke. Die Branche mit über einer Million Beschäftigten sieht Stellenabbau und mögliche Schließungen. EU-Zölle auf chinesische E-Autos (bis zu 45 Prozent) und Größenbeschränkungen erschweren Exporte (CleanTechnica).

Deutsche Konzerne reagieren: VW eröffnet das größte nicht-deutsche Forschungs- und Entwicklungs-Zentrum in Hefei, China, und plant 2026 neue Modelle (CNBC). Kooperationen mit Xpeng und SAIC bringen EREVs/PHEVs wie den Passat ePro (150 km elektrisch, 1.300 km CLTC-Reichweite).

Potenzial in Indien als Ersatzmarkt, wo Autobegeisterung hoch ist (DW). Dennoch: Fundamentaler Umbruch unabwendbar.

Ausblick: Konsolidierung und globale Neuorientierung

Zusammenfassend steht die deutsche Autoindustrie vor einem Schicksalskampf. Vom goldenen China-Era (50 Prozent Marktanteil) zum Verlust gegen EV-Dominanz: Rückgänge um 4 Prozent bei VW, massive Rabatte bei Mercedes signalisieren den Wandel.

Anpassungen wie lokale R&D, PHEVs und EU-Schutzmaßnahmen bieten Hoffnung. Doch Experten warnen vor Konsolidierung.

> „Der Druck steigt, die Kosteneinsparungen sind enorm.“ - Anonymer Mercedes-Mitarbeiter (DW).

Die Branche muss innovieren, um ihr Rückgrat-Status zu erhalten – oder einen fundamentalen Umbruch erleiden.

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