Digitaler Euro: Bargeldähnlicher Datenschutz als schwierigster Kompromiss
EU-Rat unterstützt EZB-Design trotz Datenschutz-Herausforderungen
Der EU-Rat hat kürzlich das von der Europäischen Zentralbank (EZB) vorgeschlagene Design für den digitalen Euro unterstützt. Dies umfasst sowohl Online- als auch Offline-Funktionen, die eine bargeldähnliche Nutzung ermöglichen sollen. Dennoch stößt der geforderte bargeldähnliche Datenschutz, der mit den strengen Vorschriften gegen Geldwäsche (AML) vereinbar sein muss, auf erhebliche Widerstände.
Die laufenden Debatten drehen sich um Haltegrenzen, um Abflüsse aus Geschäftsbankeinlagen zu verhindern, sowie um angemessene Privatsphäre-Schutzmaßnahmen. Experten prognostizieren harte Kompromisse in den Trilog-Verhandlungen zwischen EU-Parlament, EZB und Rat. Diese sind entscheidend für die Akzeptanz der Zentralbank-Digitalwährung (CBDC) in Europa.
> „Bargeldähnlicher Datenschutz im Einklang mit den geltenden Vorschriften zur Bekämpfung von Geldwäsche [gehört] zu den schwierigsten politischen Kompromissen des digitalen Euro.“ – Apostolos Thomadakis, Leiter der Abteilung für Finanzmärkte und -institute beim Thinktank European Policy Studies (Cointelegraph)
Über 130 Länder, die 98 Prozent des globalen BIP repräsentieren, erkunden derzeit CBDCs (Stand 2026, Atlantic Council CBDC Tracker). In Europa zielt der digitale Euro darauf ab, physisches Bargeld zu ergänzen und die finanzielle Souveränität zu wahren.
Fortschritt des EZB-Projekts für den digitalen Euro
Der digitale Euro ist die geplante Zentralbank-Digitalwährung (CBDC) der Europäischen Union, die physisches Bargeld ergänzen soll. Das Projekt der EZB befindet sich Anfang 2026 in einer fortgeschrittenen Vorbereitungsphase, mit einer Entscheidung über den Start in naher Zukunft (FintechZoom, 2026).
Die Diskussionen um CBDCs haben weltweit an Fahrt aufgenommen, da Stablecoins als Bedrohung für bestehende Währungssysteme gelten. Über 130 Länder, die 98 Prozent des globalen BIP ausmachen, erforschen CBDCs (Atlantic Council CBDC Tracker, 2026). Bereits live sind Systeme in China (e-CNY), Nigeria (eNaira) und den Bahamas; Piloten laufen in Indien, Brasilien und Südkorea.
In Europa sinkt der Bargeldanteil rapide: In Schweden liegen unter 8 Prozent der Transaktionen auf Bargeld (FintechZoom). Der digitale Euro soll Zahlungsresilienz, Datenschutz und finanzielle Inklusion gewährleisten.
Die EZB plant ein duales Online-Offline-Modell, das Widerstandsfähigkeit und Privatsphäre betont, ergänzt durch obere Haltegrenzen, um das aktuelle Finanzsystem zu erhalten.
> „Es scheint eine allgemeine Zustimmung aller Beteiligten zu einer Reihe von Kernpunkten des Kommissionsvorschlags zu geben, darunter der Status des digitalen Euro als gesetzliches Zahlungsmittel, seine Offline-Funktionalität, strenge Datenschutz- und Datensicherheitsvorkehrungen sowie Aspekte der finanziellen Inklusion.“ – Vertreter der Europäischen Kommission (Cointelegraph)
Kernmerkmale mit breitem Konsens unter Stakeholdern
Unter den Beteiligten besteht Einigkeit zu zentralen Elementen des digitalen Euros. Dazu gehören der Status als gesetzliches Zahlungsmittel, die Offline-Funktionalität, strenge Datenschutz- und Cybersicherheitsvorkehrungen sowie Maßnahmen zur finanziellen Inklusion.
Das duale Online-Offline-Modell soll Resilienz und Privatsphäre gewährleisten. Für Offline-Transaktionen wird ein bargeldähnlicher Datenschutz angestrebt, bei dem kleine Beträge anonym verbleiben können, während größere Transaktionen Identitätsprüfungen unterliegen – ein gestaffeltes Privacy-Design, um AML-Vorgaben zu erfüllen (FintechZoom).
Obere Haltegrenzen sind vorgesehen, um eine Disintermediation der Geschäftsbanken zu vermeiden, also Abzüge von Einlagen in kommerzielle Banken.
> „Consensus on a dual online-offline model that supports resilience, privacy, and includes upper limits to preserve the current financial system.“ – Mireia Llambrich Anto, Finanzdienstleistungsassistentin bei The European Consumer Organization (Cointelegraph)
Diese Merkmale bilden die Grundlage für die legislative Weiterentwicklung durch Kommission, Parlament und Rat.
Der schwierigste Kompromiss: Privatsphäre versus Geldwäschebekämpfung
Der bargeldähnliche Datenschutz stellt den heikelsten Punkt dar. Während Nutzer Anonymität wie bei Bargeld erwarten – insbesondere offline –, fordern AML-Regeln Transparenz bei verdächtigen Transaktionen.
Experten sehen hier den Kern der Trilog-Verhandlungen:
> „Das Parlament wird wahrscheinlich eine Form des digitalen Euros akzeptieren müssen (zumindest für den täglichen Gebrauch), während die [EZB und der EU-Rat] Zugeständnisse hinsichtlich strengerer, operativ durchsetzbarer Datenschutzvorkehrungen machen müssen.“ – Apostolos Thomadakis to Cointelegraph
Global übliche Lösung: Gestaffelte Modelle, bei denen kleine Transaktionen anonym bleiben, größere aber Identifikation erfordern. Chinas e-CNY und Nigerias eNaira nutzen ähnliche Ansätze.
Die EZB betont, dass der digitale Euro keine zentrale Transaktionsdatenbank führen wird, um Missbrauch zu vermeiden. Dennoch müssen Akzeptanzregeln, Haltegrenzen und Vergütung der Anbieter geklärt werden.
Dieser Kompromiss ist maßgeblich für die Akzeptanz unter Bürgern und Unternehmen.
Offene Fragen: Haltegrenzen, Akzeptanz und Anbietervvergütung
Neben dem Datenschutz drehen sich Debatten um Haltegrenzen für digitale Euro-Bestände. Diese sollen verhindern, dass große Einlagen aus Geschäftsbanken abwandern und die Disintermediation auslösen. Die EZB schlägt Limits vor, die den täglichen Gebrauch nicht behindern.
Weitere Punkte:
- Akzeptanzpflichten für Händler und Zahlungsdienstleister.
- Vergütung der Anbieter (Banken, Fintechs), die den digitalen Euro verteilen.
- Technische Standards für Interoperabilität und Cybersicherheit.
Das EU-Parlament drängt auf stärkere Privatsphäre, während Rat und EZB betonen, das Stabilität des Bankensystems zu wahren. Kompromisse sind in den Trilog-Verhandlungen zu erwarten.
> „Expected measures for privacy protection and assignment of legal tender status.“ – Mireia Llambrich Anto, The European Consumer Organization (Cointelegraph)
Diese Regelungen werden über die Akzeptanz des digitalen Euros entscheiden und Europas Position im globalen CBDC-Rennen stärken.
Ausblick auf Trilog-Verhandlungen und Akzeptanzchancen
Zusammenfassend unterstützt der EU-Rat das EZB-Design für den digitalen Euro mit Fokus auf Offline-Fähigkeit und Datenschutz. Der bargeldähnliche Datenschutz unter Einhaltung von AML-Regeln bleibt der größte Streitpunkt, ergänzt um Haltegrenzen und Akzeptanzregeln.
Kompromisse in den Trilog-Verhandlungen zwischen Parlament, Rat und Kommission sind unabdingbar. Experten wie Apostolos Thomadakis erwarten Zugeständnisse auf allen Seiten für eine operativ durchsetzbare Lösung.
Der digitale Euro könnte Europas Zahlungssystem resilienter machen und Unabhängigkeit von privaten Stablecoins sichern. Mit einer potenziellen Startentscheidung der EZB in Kürze hängt der Erfolg von ausgewogenen Regelungen ab, die Privatsphäre, Sicherheit und Stabilität vereinen.
Die Entwicklungen sind entscheidend, da 98 Prozent des globalen BIP in CBDC-Projekte involviert sind.
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